★ Praxis-Guide · Stand Oktober 2026
Videomarketing in Österreich: Mehr Reichweite mit Video-Content
Welche Videoformate sich für dein Unternehmen lohnen, wann du selbst drehst und wann eine Produktion sinnvoll ist – und warum Untertitel Pflichtprogramm sind.
Videos sind auf fast jeder Plattform das Format, das am meisten Platz im Feed bekommt. Gleichzeitig scheitern viele Unternehmen nicht am Dreh, sondern an der Frage, was sie überhaupt zeigen sollen und wo das Material danach landet. Dieser Guide hilft dir, Videomarketing als System aufzubauen statt als einmaliges Projekt.

Videomarketing in Österreich: Wie viel Video wirklich geschaut wird
Die Bewegtbildstudie 2025 von RTR und Arbeitsgemeinschaft Teletest, durchgeführt von GfK mit 4.000 Befragten ab 14 Jahren, liefert belastbare Zahlen. Im Schnitt verbringen Menschen in Österreich demnach 225 Minuten pro Tag mit Bewegtbild, davon entfallen 47 Minuten auf Video abseits des klassischen Fernsehens. YouTube hält mit 26 % den größten Anteil an dieser Videonutzung.
Bei den 14- bis 29-Jährigen sieht das Bild anders aus: Sie schauen laut Studie 86 Minuten Video pro Tag, fast so viel wie lineares Fernsehen. YouTube liegt mit 28 % vorne, TikTok kommt auf 8 %, und ein Drittel der Videonutzung läuft am Smartphone. Für dich heißt das: Wer jüngere Zielgruppen erreichen will, plant hochformatig und mobil.

Die wichtigsten Videoformate im Überblick
Nicht jedes Format passt zu jedem Ziel. Diese vier decken die meisten Anforderungen von Unternehmen ab:
Shorts & Reels
Kurze Hochformat-Clips für Reichweite und Bekanntheit auf Instagram, TikTok und YouTube.
Erklärvideo
Macht erklärungsbedürftige Produkte und Abläufe in wenigen Minuten verständlich.
YouTube-Video
Längere Anleitungen und Ratgeber, die über die Suche noch lange gefunden werden.
Testimonial
Kund:innen erzählen in eigenen Worten – das schafft Vertrauen vor der Anfrage.
Seit Oktober 2024 dürfen YouTube Shorts laut onlinemarketing.de bis zu drei Minuten lang sein, sofern sie im Hochformat hochgeladen werden – Querformat-Videos zählen nicht als Short. Das macht kurze Anleitungen und Produktdemos als Short möglich. In der Praxis gilt trotzdem: Die ersten Sekunden entscheiden, ob jemand dranbleibt. Starte mit dem Ergebnis oder der Frage, nicht mit dem Logo.
Produktion: Selbst drehen oder Agentur beauftragen?
Für Social-Media-Clips reicht heute oft ein aktuelles Smartphone, ein Ansteckmikrofon und gutes Tageslicht. Authentische Einblicke wirken auf Instagram oder TikTok häufig besser als hochpolierte Spots. Eine Produktionsfirma oder Agentur lohnt sich, wenn du einen Imagefilm, eine Animation oder Werbespots für bezahlte Kampagnen brauchst – also überall dort, wo Licht, Ton, Schnitt und Dramaturgie den Unterschied machen.
Belastbare österreichische Preislisten gibt es kaum. Die folgenden Spannen stammen aus öffentlich zugänglichen Ratgebern und sind als grobe Orientierung zu verstehen:
| Format | Richtwert | Quelle |
|---|---|---|
| Erklärvideo (Animation oder Realfilm) | ca. 500 bis über 10.000 € | explain-it-simple.com, 2023 |
| Professioneller Imagefilm, 1 Drehtag, kleines Team | ab ca. 10.000 € | gruender.de (Deutschland), 2024 |
| Imagefilm mit mehreren Drehtagen und größerem Team | bis ca. 80.000 € | gruender.de (Deutschland), 2024 |
| Social-Media-Clips in Eigenregie | vor allem Arbeitszeit plus Equipment | Einschätzung |
Was den Preis treibt, ist laut gruender.de vor allem die Zahl der Drehtage und Locations, die Teamgröße, Darsteller:innen, der Aufwand in der Nachbearbeitung sowie Lizenzen für Musik oder Ausstrahlung. Lass dir Angebote deshalb immer nach diesen Posten aufschlüsseln und kläre vorab, welche Nutzungsrechte du am fertigen Material bekommst.
Tipp: Plane jeden Drehtag mehrfach: Aus einem Imagefilm-Dreh lassen sich mit etwas Vorbereitung zusätzlich Hochformat-Clips, Testimonials und Fotos für Website und Social Media gewinnen. Schreib diese Wunschliste schon ins Briefing.
Verbreitung: Einmal drehen, mehrfach nutzen
Ein Video, das nur auf einem Kanal läuft, verschenkt Potenzial. Denk die Verwertung von Anfang an mit:
- Website: Erklär- und Testimonial-Videos direkt auf Leistungs- und Produktseiten einbinden, wo die Kaufentscheidung fällt.
- YouTube: Mit beschreibendem Titel, Kapitelmarken und Beschreibung, damit das Video auch über die Suche gefunden wird.
- Social Media: Kurze Ausschnitte als Reels, Shorts oder TikToks, jeweils im Hochformat geschnitten.
- Anzeigen: Die besten organischen Clips als Video-Ads mit Budget bewerben.
- Vertrieb und Recruiting: Videos in Angeboten, Newslettern oder Stellenanzeigen verwenden.
Wie du Videos in eine Gesamtstrategie mit Plattformwahl und Redaktionsplan einbettest, liest du im Beitrag Social Media Marketing in Österreich. Wie Video in einen übergreifenden Themenplan passt, zeigt unser Guide zu Content Marketing, das rankt und verkauft.
Barrierefreiheit: Untertitel sind Pflichtprogramm
Viele Videos werden in Öffi, Büro oder Wartezimmer ohne Ton geschaut. Untertitel machen deine Inhalte dort überhaupt erst verständlich – und für Menschen mit Hörbeeinträchtigung zugänglich. Die WKO nennt Untertitel bei Videos ausdrücklich als Beispiel für eine barrierefreie Website.
Rechtlich relevant ist das Barrierefreiheitsgesetz, das laut Unternehmensserviceportal seit 28. Juni 2025 gilt. Es betrifft unter anderem Webshops und Online-Buchungen für Verbraucher:innen, bei denen der Vertrag online zustande kommt. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind laut WKO ausgenommen, reine Infoseiten ebenfalls. Ob dein Angebot betroffen ist, klärst du im Einzelfall – dieser Absatz ersetzt keine Rechtsauskunft.
Unabhängig von der Pflicht lohnt es sich: Automatische Untertitel der Plattformen sind ein guter Start, sollten aber immer gegengelesen werden, gerade bei Fachbegriffen und Dialekt.
Erfolg messen
Aufrufe allein sagen wenig. Achte darauf, wie lange Menschen zusehen, wie viele bis zum Ende bleiben und ob danach etwas passiert – ein Klick auf deine Website, eine Anfrage, eine Bewerbung. Ein Video auf einer Produktseite misst du am besten daran, ob die Seite danach besser konvertiert – weitere Hebel dafür findest du in unseren 7 schnellen Wins zur Conversion-Optimierung. Wenn du für Produktion und Verbreitung Unterstützung suchst, findest du spezialisierte Anbieter in unserer Übersicht der Social-Media-Agenturen in Wien.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche Videoformate eignen sich für mein Unternehmen?
Kurze Shorts und Reels bringen Reichweite, Erklärvideos machen komplexe Angebote verständlich, längere YouTube-Videos werden über die Suche gefunden und Testimonials schaffen Vertrauen. Wähle das Format nach deinem Ziel, nicht nach dem Trend.
Was kostet eine Videoproduktion?
Belastbare österreichische Preislisten gibt es kaum. Ratgeber nennen für Erklärvideos rund 500 bis über 10.000 Euro und für einen professionellen Imagefilm ab etwa 10.000 Euro, mit mehreren Drehtagen bis rund 80.000 Euro. Der Preis hängt vor allem von Drehtagen, Team und Nachbearbeitung ab.
Wie viel Video schauen Menschen in Österreich?
Laut Bewegtbildstudie 2025 von RTR und Arbeitsgemeinschaft Teletest entfallen im Schnitt 47 Minuten pro Tag auf Videonutzung abseits des klassischen Fernsehens. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 86 Minuten.
Brauchen meine Videos Untertitel?
Empfehlenswert ist es immer, weil viele Videos ohne Ton laufen. Für Webshops und Online-Buchungen für Verbraucher gilt seit Juni 2025 das Barrierefreiheitsgesetz, Kleinstunternehmen sind ausgenommen. Ob du betroffen bist, klärst du im Einzelfall, das hier ist keine Rechtsauskunft.
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