★ Praxis-Guide · Stand Oktober 2026
GEO & KI-Suche in Österreich: So wirst du in ChatGPT & Co. gefunden
Wie ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity und Googles KI-Übersichten ihre Quellen auswählen – und was du konkret tun kannst, damit dein Unternehmen in diesen Antworten vorkommt.
Wer eine Steuerberatung, einen Installateur oder eine Agentur sucht, stellt die Frage immer öfter einem Chatbot statt der Suchleiste. Laut einer Analyse von Statistik Austria im Auftrag des OeAD nutzten 2025 rund 39 Prozent der Menschen in Österreich generative KI, elf Prozentpunkte mehr als im Jahr davor. Die Antwort kommt fertig formuliert, oft mit nur wenigen genannten Quellen. Dieser Guide zeigt, wie diese Auswahl zustande kommt und wo du ansetzen kannst.

GEO und KI-Suche: Was sich gegenüber SEO ändert
GEO steht für Generative Engine Optimization: Inhalte und Signale so aufbereiten, dass KI-Systeme dich als Quelle heranziehen, zitieren oder empfehlen. Den Begriff hat eine Forschungsarbeit rund um die Princeton University geprägt, die 2024 auf der Fachkonferenz KDD erschienen ist. Klassisches SEO zielt auf Platzierungen in einer Ergebnisliste, GEO auf einen Platz in der Antwort selbst.
In Österreich laufen beide Welten längst parallel. Die Übersicht mit KI steht laut futurezone seit März 2025 über den normalen Google-Ergebnissen, der KI-Modus ist seit Oktober 2025 als eigener Tab verfügbar. Dazu kommen ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity als eigenständige Assistenten mit Websuche.
Warum das wirtschaftlich zählt, zeigt eine Auswertung des Pew Research Center aus den USA: Bei Google-Suchen mit KI-Zusammenfassung klickten Nutzer:innen nur bei 8 Prozent der Besuche auf ein klassisches Ergebnis, ohne Zusammenfassung bei 15 Prozent. Auf Links in der Zusammenfassung selbst entfiel 1 Prozent. Für Österreich gibt es keine vergleichbare Messung; dass die Richtung ähnlich ist, ist unsere Einschätzung.

Wie KI-Systeme ihre Quellen auswählen
Kein Anbieter legt seine Auswahllogik offen. Aus den offiziellen Dokumentationen lässt sich aber ein gemeinsames Muster ablesen: Bevor eine KI mit aktuellen Daten antwortet, sucht sie im Web, liest Seiten und fasst zusammen. Wer dabei nicht gecrawlt, nicht gefunden oder nicht verstanden wird, kommt in der Antwort nicht vor.
- Google KI-Übersicht und KI-Modus: Laut Google gibt es keine zusätzlichen Anforderungen. Die Seite muss indexiert sein und für ein Snippet infrage kommen. Per Query Fan-out stellt das System mehrere verwandte Teilsuchen und zieht so mehr unterschiedliche Seiten heran als die klassische Suche.
- ChatGPT: Für die Suchfunktion crawlt OpenAI mit dem OAI-SearchBot. Wer ihn in der robots.txt sperrt, erscheint laut OpenAI nicht in Suchantworten. Der GPTBot fürs Modelltraining lässt sich davon unabhängig blockieren.
- Claude: Anthropic unterscheidet laut eigener Hilfeseite drei Crawler. Wer Claude-SearchBot oder Claude-User aussperrt, riskiert weniger Sichtbarkeit in Antworten mit Websuche.
- Perplexity: Der PerplexityBot dient laut Perplexity dazu, Websites in den Suchergebnissen anzuzeigen und zu verlinken, nicht dem Training von KI-Modellen.
- Gemini: Über das Token Google-Extended steuerst du laut Google, ob Inhalte für Training und Fundierung weiterer Google-KI-Systeme genutzt werden. Die normale Google-Suche bleibt davon unberührt.
Tipp: Prüf heute noch deine robots.txt. Viele Websites sperren KI-Crawler pauschal, oft durch ein Sicherheits-Plugin oder eine Vorgabe des Hosters. Trainings-Bots darfst du ruhig aussperren – Such-Bots wie OAI-SearchBot, Claude-SearchBot und PerplexityBot solltest du zulassen, wenn du in Antworten vorkommen willst.
Was Unternehmen konkret tun können
Struktur
Antwort zuerst, dann Begründung – pro Abschnitt eine Frage.
Fakten
Preise, Leistungen und Einzugsgebiet klar benennen.
Erwähnungen
Auf fremden, seriösen Seiten genannt werden.
Bewertungen
Rezensionen sammeln und beantworten.
Struktur: Schreib so, dass ein Abschnitt auch allein verständlich ist. Die Überschrift spiegelt die Frage, der erste Satz beantwortet sie, danach folgen Details. Vergleiche gehören in Tabellen, wichtige Informationen in Text statt in Bilder – das empfiehlt Google ausdrücklich. Wie du solche Inhalte planst, steht in unserem Beitrag zu Content Marketing für Unternehmen.
Fakten und Belege: In der Princeton-Studie steigerten Quellenangaben, Zitate und Statistiken die Sichtbarkeit in den Antworten im Test um relativ 30 bis 40 Prozent, Keyword-Stuffing brachte dagegen nichts. Die Arbeit ist englischsprachig und mit Modellen von 2023 und 2024 entstanden, die Prozentwerte sind also nicht direkt übertragbar. Das Prinzip schon: Eine Seite mit konkreten Preisen, Leistungsumfang und Ansprechpartner liefert einer KI mehr Zitierbares als ein Werbetext.
Erwähnungen: KI-Antworten stützen sich auf mehrere Seiten. Wer nur auf der eigenen Website über sich spricht, hat es schwerer als ein Unternehmen, das in Fachmedien, Branchenverzeichnissen, Vergleichsportalen und Kammer-Einträgen auftaucht – mit einheitlichem Namen, Adresse und Leistungsbeschreibung. Das ist unsere Einschätzung aus der Praxis, keine offizielle Vorgabe.
Bewertungen: Für das lokale Ranking nennt Google Relevanz, Entfernung und Bekanntheit; die Zahl der Rezensionen fließt in die Bekanntheit ein. Google rät außerdem, das Unternehmensprofil für die KI-Funktionen aktuell zu halten. Den Umsetzungsplan dafür findest du im Beitrag Local SEO für KMU.
Strukturierte Daten: Schema-Markup für Organisation, Standort, Produkte oder FAQ hilft Maschinen bei der Zuordnung. Google stellt aber klar, dass für KI-Funktionen keine speziellen Schema-Typen oder eigene KI-Textdateien nötig sind – und dass die Daten mit dem sichtbaren Text übereinstimmen müssen. Fachbegriffe wie diese erklärt unser Marketing-Glossar.
| Aspekt | Klassisches SEO | GEO |
|---|---|---|
| Ziel | Platzierung in der Ergebnisliste | Nennung oder Zitat in der Antwort |
| Ergebnis | Zehn Links pro Seite | Eine Antwort mit wenigen Quellen |
| Wichtige Signale | Relevanz, Technik, Links | Klare Aussagen, Belege, Erwähnungen |
| Messung | Rankings, Klicks | Zitierungen, Prompt-Stichproben, KI-Verweise |
So misst du deine Sichtbarkeit in KI-Antworten
Die Messung ist 2026 noch lückenhaft, aber die Werkzeuge werden besser. Google hat im Juni 2026 eigene Berichte für generative KI-Funktionen in der Search Console angekündigt: Impressionen, Seiten und Länder, vorerst nur für einen Teil der Websites und ohne Klickdaten. Bis dahin steckt der KI-Traffic im normalen Leistungsbericht unter dem Suchtyp Web.
Die Bing Webmaster Tools zeigen laut Practical Ecommerce im Bericht AI Performance, wie oft Copilot und Bings KI-Zusammenfassungen deine Seiten zitieren. In Google Analytics legst du Verweise von chatgpt.com, perplexity.ai oder gemini.google.com als eigenen Kanal an. Achtung: Laut Search Engine Roundtable fehlen bei ChatGPT-Links seit Oktober 2026 teils Referrer und UTM-Parameter, solche Besuche landen dann unter Direkt. OpenAI hat das bisher nicht bestätigt.

Ergänzend hilft eine einfache Stichprobe: Definier 20 bis 30 echte Fragen deiner Kund:innen, stell sie monatlich in den wichtigsten Assistenten und halte fest, ob, wo und wie du genannt wirst. Die Antworten schwanken von Abfrage zu Abfrage, darum zählt der Trend über mehrere Monate. Wie du solche Werte in ein bestehendes Reporting einbaust, zeigt unser Beitrag zu SEO-Reporting mit den richtigen KPIs.
Selbst machen oder Agentur beauftragen?
Robots.txt, saubere Struktur, ein gepflegtes Unternehmensprofil und eine monatliche Stichprobe schaffst du mit etwas Zeit selbst. Aufwendiger sind Erwähnungen in Fachmedien, eine systematische Inhaltsplanung und belastbares Monitoring über mehrere Assistenten. Wenn du dafür Unterstützung suchst, findest du spezialisierte GEO-Agenturen in Wien in unserem Vergleich. Frag im Erstgespräch nach, wie die Agentur Sichtbarkeit in KI-Antworten misst – wer Platz eins in ChatGPT verspricht, verspricht etwas, das niemand garantieren kann.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?
GEO bedeutet, Inhalte und Signale so aufzubereiten, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity oder Googles KI-Übersichten dein Unternehmen als Quelle heranziehen, zitieren oder empfehlen. Es baut auf SEO auf und ergänzt es.
Brauche ich für die KI-Suche spezielle strukturierte Daten?
Nein. Laut Google sind für KI-Übersichten und den KI-Modus keine speziellen Schema-Typen oder eigenen KI-Dateien nötig. Strukturierte Daten helfen bei der Zuordnung, müssen aber mit dem sichtbaren Text übereinstimmen.
Darf ich KI-Crawler in der robots.txt sperren?
Ja, aber unterscheide zwischen Trainings- und Such-Crawlern. Wer etwa den OAI-SearchBot von OpenAI sperrt, erscheint laut OpenAI nicht in Suchantworten von ChatGPT. Trainings-Bots wie GPTBot lassen sich davon unabhängig blockieren.
Wie messe ich, ob ich in ChatGPT genannt werde?
Mit einer Kombination aus Verweisdaten in Google Analytics, dem AI-Performance-Bericht der Bing Webmaster Tools und regelmäßigen Stichproben mit echten Kundenfragen. Weil die Antworten schwanken, zählt der Trend über mehrere Monate.
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