Zum Inhalt springen
29. August 2026

★ Praxis-Guide · Stand Oktober 2026

Webdesign-Kosten in Österreich: Was eine Website 2026 wirklich kostet

Realistische Preisspannen aus österreichischen Angeboten, die laufenden Kosten ab Jahr zwei – und die Posten, die in fast jedem Angebot fehlen.

Du holst drei Angebote für dieselbe Website ein und bekommst Zahlen zurück, die um ein Vielfaches auseinanderliegen. Das ist kein Rechenfehler, sondern der Normalfall am österreichischen Markt. Der Preis hängt weniger an der Technik als daran, wie viel Arbeit dir die Agentur tatsächlich abnimmt – und was im Angebot bewusst nicht drinsteht.

Dieser Guide zeigt dir, welche Spannen 2026 realistisch sind, woraus sich ein Stundensatz zusammensetzt und welche Fragen du vor der Unterschrift stellen solltest.

Webdesign-Kosten in Österreich: Designerin arbeitet am Website-Layout
Webdesign-Kosten entstehen vor allem durch Arbeitsstunden, nicht durch Software. Foto: Christina Morillo / Pexels

Webdesign-Kosten in Österreich: die realistischen Spannen

Wer Preise vergleicht, muss zuerst den Projekttyp festlegen. Eine Landingpage und ein Onlineshop haben schlicht nichts miteinander zu tun. Die folgenden Werte fassen Preisangaben österreichischer Anbieter zusammen – von exponent.at, Agentur Perner und web-austria.at, jeweils Stand 2026 und netto.

ProjekttypTypische Spanne (netto)Wofür geeignet
Onepager / Landingpage800 – 3.000 €Einzelangebot, Kampagne, erste Visitenkarte
Firmenwebsite, 5–10 Seiten1.500 – 8.000 €KMU, Handwerk, Kanzlei, Ordination
Erweiterte Unternehmenswebsite3.000 – 20.000 €Mehrere Standorte, Blog, Mehrsprachigkeit
Online-Shop8.000 – 30.000 € und mehrHandel mit echtem Sortiment und Anbindungen
Web-Applikation / Portalab 15.000 €Buchung, Kundenbereich, individuelle Logik

Die Spannen überschneiden sich, weil die Quellen unterschiedlich kalkulieren: Agentur Perner nennt für eine Business-Website mit fünf bis sieben Seiten 1.500 bis 6.000 Euro, web-austria.at für eine KMU-Website 3.000 bis 8.000 Euro. Beides kann stimmen – der Unterschied liegt in Individualität, Textarbeit und Betreuung, nicht in der Software. Was eine solche Website inhaltlich und technisch können sollte, zeigt unser Guide zu gutem Webdesign in Österreich.

Diagramm: Einstiegspreise für Websites in Österreich nach Projekttyp
Einstiegspreise nach Projekttyp, untere Grenze der jeweiligen Spanne. Quelle: exponent.at, 2026

Woraus sich der Preis zusammensetzt

Fast jedes Angebot ist im Hintergrund eine Stundenkalkulation. exponent.at nennt für 2026 in Österreich 60 bis 100 Euro bei Freelancern, 90 bis 140 Euro bei kleinen Agenturen, 120 bis 180 Euro bei mittleren und 150 bis 250 Euro bei großen Agenturen. DonauBit kommt mit 80 bis 150 Euro auf eine ähnliche Größenordnung. Ein Angebot über 6.000 Euro entspricht also grob 40 bis 70 Arbeitsstunden.

Diese Stunden verteilen sich auf mehr als Design. Preistreiber sind laut exponent.at vor allem:

  • Umfang: Fünf Unterseiten oder fünfzig – jede Seite braucht Struktur, Text und Kontrolle.
  • Individualität: Individuelles Design kostet 30 bis 50 Prozent mehr als eine Template-Lösung, Premium-Design mit Animationen 50 bis 100 Prozent.
  • Funktionen: Ein einfaches Kontaktformular liegt bei 200 bis 500 Euro, eine ERP- oder CRM-Schnittstelle bei 2.000 bis 6.000 Euro.
  • Sprachen: Jede weitere Sprachversion kostet 1.500 bis 4.000 Euro.
  • Inhalte: Der häufigste Grund für Verzögerungen sind fehlende Texte und Fotos, nicht die Technik.

Tipp: Lass dir das Angebot in Stunden statt in Pauschalen aufschlüsseln. Erst dann kannst du zwei Angebote überhaupt vergleichen – und siehst, ob jemand die Textarbeit schlicht bei dir abgeladen hat.

Die laufenden Kosten: das zweite Jahr entscheidet

Der Kaufpreis ist nur die halbe Rechnung. web-austria.at nennt als Faustregel 10 bis 20 Prozent der Erstellungskosten pro Jahr. Bei einer Website um 6.000 Euro sind das 600 bis 1.200 Euro jährlich.

Für eine kleine WordPress-Website kalkuliert Agentur Perner pro Jahr 100 bis 300 Euro für Hosting und Domain, 200 bis 600 Euro für Wartung und Updates und rund 100 Euro für Plugin-Lizenzen. Agenturen mit vollem Wartungsvertrag liegen laut DonauBit bei 150 bis 500 Euro monatlich – dafür kümmert sich jemand um Sicherheitsupdates, Backups und kleine Änderungen.

Genau hier entsteht der größte Preisunterschied über drei Jahre gerechnet. Ein günstiges Erstangebot mit teurem Pflichtwartungsvertrag kann am Ende mehr kosten als die höhere Pauschale ohne Bindung. Frag deshalb immer nach der Dreijahresrechnung, nicht nur nach dem Startpreis.

🧾

Klare Kalkulation

Stunden statt Pauschale – so wird ein Angebot vergleichbar.

🔑

Eigene Zugänge

Domain, Hosting und CMS laufen auf dein Unternehmen.

♿

Barrierefrei geplant

Von Anfang an günstiger als jede Nachrüstung.

📉

Kosten über 3 Jahre

Nicht der Startpreis zählt, sondern die Gesamtrechnung.

Barrierefreiheit: der Kostenpunkt seit 2025

Seit 28. Juni 2025 gilt in Österreich das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG), die nationale Umsetzung des European Accessibility Act. Betroffen sind laut WKO vor allem B2C-Onlineangebote wie Shops und Buchungen. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Umsatz oder Bilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen, beim Produktvertrieb nicht.

Für dein Budget heißt das: Wer neu baut, sollte Barrierefreiheit gleich mitplanen. Die gruppe *himmelreich beziffert den Mehraufwand bei Neuprojekten auf rund 10 bis 20 Prozent, während ein Basis-Audit für eine kleine Website 1.500 bis 3.000 Euro und einfache Anpassungen weitere 2.000 bis 5.000 Euro kosten. Die Strafrahmen sind nach Unternehmensgröße gestaffelt und reichen bis 80.000 Euro. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsauskunft – ob dein Fall betroffen ist, klärst du mit deiner Rechtsberatung.

Checkliste: Fünf Fragen vor der Unterschrift unter ein Webdesign-Angebot
Diese fünf Fragen klären die Kosten, die im Angebot nicht stehen

Die Posten, die im Angebot gerne fehlen

Wenn Angebote weit auseinanderliegen, liegt es selten am Design, sondern an dem, was jemand nicht eingerechnet hat. exponent.at listet als typische versteckte Kosten: Texterstellung 500 bis 3.000 Euro, Stockfotos 200 bis 1.000 Euro, DSGVO-Anpassungen wie Cookie-Banner und Datenschutzerklärung 300 bis 800 Euro und Änderungen außerhalb des Projektumfangs zu 80 bis 150 Euro pro Stunde. Gerade Formulare und Kontaktstrecken lohnen später einen zweiten Blick – wie du dort ohne Relaunch mehr herausholst, zeigen die schnellen Wins der Conversion-Optimierung.

Dazu kommt ein Punkt, den viele erst beim Agenturwechsel bemerken: die Rechte. Das Urheberrecht ist laut WKO nicht übertragbar, sondern nur lizenzierbar, und Nutzungsrechte lassen sich zeitlich, örtlich und sachlich einschränken. Ohne saubere Regelung im Vertrag fehlt dir am Ende womöglich die Weiterverwendung deines eigenen Designs. Begriffe wie Werknutzungsrecht erklärt unser Marketing-Glossar. Wie du Angebote systematisch vergleichst, zeigt die Checkliste zur Agenturauswahl, und im Ranking der besten Webdesign-Agenturen in Wien siehst du, welche Anbieter Preise, Nutzungsrechte und Betreuung transparent regeln.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet eine einfache Firmenwebsite in Österreich?

Für fünf bis zehn Seiten liegen die Preisangaben österreichischer Anbieter 2026 typischerweise zwischen 1.500 und 8.000 Euro netto. Der Unterschied entsteht durch Individualität des Designs, Textarbeit und Betreuungsumfang.

Wie hoch sind die laufenden Kosten?

Als Faustregel nennt web-austria.at 10 bis 20 Prozent der Erstellungskosten pro Jahr. Agentur Perner kalkuliert für eine kleine WordPress-Website mit 100 bis 300 Euro für Hosting und Domain sowie 200 bis 600 Euro für Wartung pro Jahr, volle Wartungsverträge von Agenturen kosten laut DonauBit 150 bis 500 Euro im Monat.

Ist ein Baukasten nicht günstiger?

Beim Startpreis ja – laut DonauBit liegen Baukästen bei 15 bis 50 Euro im Monat. Der Aufwand verschiebt sich aber zu dir: DonauBit rechnet beispielhaft mit 60 Stunden Eigenleistung. Rechne deine eigene Zeit mit, bevor du vergleichst.

Muss meine Website barrierefrei sein?

Das BaFG gilt seit 28. Juni 2025 vor allem für B2C-Onlineangebote wie Shops und Buchungssysteme. Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Ob du betroffen bist, solltest du rechtlich abklären lassen – die Nachrüstung ist deutlich teurer als die Planung von Anfang an.

Finde deine passende Agentur

Vergleiche geprüfte Online-Marketing-Agenturen aus Österreich – unabhängig, transparent und quartalsweise aktualisiert.

Zum Agentur-Ranking