★ Praxis-Guide · Stand August 2026
Webdesign-Kosten in Österreich: Was eine Website wirklich kostet
Realistische Preisspannen aus österreichischen Angeboten, die laufenden Kosten ab Jahr zwei – und die Posten, die in fast jedem Angebot fehlen.
Du holst drei Angebote für dieselbe Website ein und bekommst 1.800 Euro, 6.500 Euro und 19.000 Euro zurück. Das ist kein Rechenfehler, sondern der Normalfall am österreichischen Markt. Der Preis hängt weniger an der Technik als daran, wie viel Arbeit die Agentur dir tatsächlich abnimmt – und was im Angebot bewusst nicht drinsteht.
Dieser Guide zeigt dir, welche Spannen 2026 realistisch sind, woraus sich ein Stundensatz zusammensetzt und welche Fragen du vor der Unterschrift stellen solltest.

Webdesign-Kosten in Österreich: die realistischen Spannen
Wer Preise vergleicht, muss zuerst den Projekttyp festlegen. Eine Landingpage und ein Onlineshop haben schlicht nichts miteinander zu tun. Die folgenden Werte fassen aktuelle Preisangaben österreichischer Anbieter zusammen – unter anderem von exponent.at, Agentur Perner und web-austria.at, jeweils Stand 2026 und netto.
| Projekttyp | Typische Spanne (netto) | Wofür geeignet |
|---|---|---|
| Onepager / Landingpage | 800 – 3.000 € | Einzelangebot, Kampagne, erste Visitenkarte |
| Firmenwebsite, 5–10 Seiten | 1.500 – 8.000 € | KMU, Handwerk, Kanzlei, Ordination |
| Erweiterte Unternehmenswebsite | 6.000 – 20.000 € | Mehrere Standorte, Blog, Mehrsprachigkeit |
| Online-Shop | 8.000 – 35.000 € | Handel mit echtem Sortiment und Anbindungen |
| Web-Applikation / Portal | ab 15.000 € | Buchung, Kundenbereich, individuelle Logik |
Die Spannen überschneiden sich bewusst, weil die Quellen unterschiedlich kalkulieren: MOREMEDIA nennt für eine KMU-Website mit individuellem Design 6.000 bis 18.000 Euro, während kleinere Anbieter dieselbe Seitenanzahl ab 1.500 Euro anbieten. Beides kann stimmen – der Unterschied liegt in Individualität, Textarbeit und Betreuung, nicht in der Software.

Woraus sich der Preis zusammensetzt
Fast jedes Angebot in Österreich ist im Hintergrund eine Stundenkalkulation. Laut einer von DonauBit zitierten WKO-Erhebung liegen die Stundensätze für Webdienstleistungen zwischen 80 und 150 Euro, klassische Wiener Agenturen rechnen mit 120 bis 180 Euro. exponent.at nennt für 2026 eine Spanne von 60 bis 100 Euro bei Freelancern und 150 bis 250 Euro bei größeren Agenturen. Ein Angebot über 6.000 Euro entspricht also grob 40 bis 70 Arbeitsstunden.
Diese Stunden verteilen sich auf mehr als Design. Preistreiber sind vor allem:
- Umfang: Fünf Unterseiten oder fünfzig – jede Seite braucht Struktur, Text und Kontrolle.
- Individualität: Ein angepasstes Template ist die Basis, ein eigenes Designsystem mit Animationen schlägt laut exponent.at mit 50 bis 100 Prozent Aufschlag zu Buche.
- Funktionen: Ein Kontaktformular liegt bei 200 bis 500 Euro, eine ERP- oder Warenwirtschaftsanbindung bei 2.000 bis 6.000 Euro.
- Sprachen: Jede weitere Sprachversion kostet 1.500 bis 4.000 Euro – Übersetzung, Pflege und SEO inklusive.
- Inhalte: Der häufigste Grund für Verzögerungen sind fehlende Texte und Fotos, nicht die Technik.
Tipp: Lass dir das Angebot in Stunden statt in Pauschalen aufschlüsseln. Erst dann kannst du zwei Angebote überhaupt vergleichen – und siehst, ob jemand die Textarbeit schlicht bei dir abgeladen hat.
Die laufenden Kosten: das zweite Jahr entscheidet
Der Kaufpreis ist nur die halbe Rechnung. web-austria.at nennt als Faustregel 10 bis 20 Prozent der Erstellungskosten pro Jahr für Wartung und Weiterentwicklung. Bei einer Website um 6.000 Euro sind das 600 bis 1.200 Euro jährlich.
In den Einzelposten sieht das laut MOREMEDIA und Agentur Perner so aus: Hosting 20 bis 100 Euro im Monat, Domain 10 bis 50 Euro im Jahr, Wartung und Updates 45 bis 150 Euro im Monat, Plugin-Lizenzen rund 100 Euro im Jahr. Agenturen mit vollem Wartungsvertrag liegen laut DonauBit auch bei 150 bis 500 Euro monatlich – dafür kümmert sich dann jemand um Sicherheitsupdates, Backups und kleine Änderungen.
Genau hier entsteht der größte Preisunterschied über drei Jahre gerechnet. Ein günstiges Erstangebot mit teurem Pflichtwartungsvertrag kann am Ende mehr kosten als die höhere Pauschale ohne Bindung. Frag deshalb immer nach der Dreijahresrechnung, nicht nur nach dem Startpreis.
Klare Kalkulation
Stunden statt Pauschale – so wird ein Angebot vergleichbar.
Eigene Zugänge
Domain, Hosting und CMS laufen auf dein Unternehmen.
Barrierefrei geplant
Von Anfang an günstiger als jede Nachrüstung.
Kosten über 3 Jahre
Nicht der Startpreis zählt, sondern die Gesamtrechnung.
Barrierefreiheit: der neue Kostenpunkt seit 2025
Seit 28. Juni 2025 gilt in Österreich das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG), die nationale Umsetzung des European Accessibility Act. Betroffen sind vor allem Unternehmen mit B2C-Onlineangeboten – Shops, Buchungen, Ticketing, E-Banking. Kleinstunternehmen mit unter zehn Mitarbeitenden und unter zwei Millionen Euro Umsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen, beim Produktvertrieb greift die Ausnahme nicht. Technischer Maßstab ist die Norm EN 301 549, die sich an den WCAG 2.1 auf Stufe AA orientiert.
Für dein Budget heißt das: Wer neu baut, sollte Barrierefreiheit gleich mitplanen. Die gruppe *himmelreich beziffert den Mehraufwand bei Neuprojekten auf rund 10 bis 20 Prozent, während ein nachträgliches Audit für eine kleine Website mit 1.500 bis 3.000 Euro und die Umsetzung mit weiteren 2.000 bis 5.000 Euro zu Buche schlägt. Die Strafrahmen sind nach Unternehmensgröße gestaffelt und reichen bis 80.000 Euro. Ob dein konkreter Fall unter das Gesetz fällt, klärst du am besten mit deiner Rechtsberatung – dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsauskunft.

Die Posten, die im Angebot gerne fehlen
Wenn Angebote weit auseinanderliegen, liegt es selten am Design, sondern an dem, was jemand nicht eingerechnet hat. exponent.at listet als typische Nachforderungen: Texterstellung 500 bis 3.000 Euro, Stockfotos 200 bis 1.000 Euro, DSGVO-Anpassungen 300 bis 800 Euro und nachträgliche Änderungen zu 80 bis 150 Euro pro Stunde.
Dazu kommt ein Punkt, den viele erst beim Agenturwechsel bemerken: die Rechte. Nach österreichischem Urheberrecht ist das Urheberrecht laut WKO nicht übertragbar, sondern nur lizenzierbar – und Werknutzungsrechte lassen sich zeitlich, räumlich und nach Zweck einschränken. Ohne saubere Regelung im Vertrag kann dir am Ende die Weiterverwendung deines eigenen Designs fehlen. Wie du solche Klauseln liest, findest du in unserem Glossar. Und wenn du nach diesem Guide konkret vergleichen willst: Im Ranking der besten Webdesign-Agenturen in Wien siehst du, welche Anbieter Preisgestaltung, Nutzungsrechte und Betreuung transparent regeln.
Eine Anmerkung zur Datenlage: Wie viele österreichische Unternehmen überhaupt eine eigene Website betreiben, weist Statistik Austria in der IKT-Erhebung 2025 nicht als eigene Kennzahl aus. Wer dir hier eine exakte Prozentzahl nennt, hat sie nicht aus der amtlichen Statistik.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet eine einfache Firmenwebsite in Österreich?
Für fünf bis zehn Seiten liegen die Angebote österreichischer Anbieter 2026 typischerweise zwischen 1.500 und 8.000 Euro netto. Der Unterschied entsteht durch Individualität des Designs, Textarbeit und Betreuungsumfang.
Wie hoch sind die laufenden Kosten?
Als Faustregel gelten 10 bis 20 Prozent der Erstellungskosten pro Jahr. In Einzelposten: Hosting 20 bis 100 Euro monatlich, Wartung 45 bis 150 Euro monatlich, Domain 10 bis 50 Euro jährlich.
Ist ein Baukasten nicht günstiger?
Beim Startpreis ja – Baukästen liegen bei 15 bis 50 Euro im Monat. Der Aufwand verschiebt sich aber zu dir: Ein Anbieter rechnet mit 40 bis 80 Stunden, die du selbst im Editor verbringst. Rechne deine eigene Zeit mit, bevor du vergleichst.
Muss meine Website barrierefrei sein?
Das BaFG gilt seit Juni 2025 vor allem für B2C-Onlineangebote wie Shops und Buchungssysteme. Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Ob du betroffen bist, solltest du rechtlich abklären lassen – die Nachrüstung ist deutlich teurer als die Planung von Anfang an.
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